Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick

Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen,
da zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter.
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider – Was war das?

vielleicht dein Lebensglück… vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang auf tausend Straßen du siehst auf deinem Gang, die dich vergaßen.
Ein Auge winkt, die Seele klingt du hast’s gefunden, nur für Sekunden…
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider – Was war das?

Kein Mensch dreht die Zeit zurück…
Vorbei, verweht, nie wieder…

Kurt Tucholsky, 1930, (1890 – 1935)





One Response to “Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick

  • 1
    Calisto
    September 24th, 2007 15:21

    man begegnet im leben nur wenigen, die man in seinem herzen festhalten möchte. es ist ein unbeschreibliches glück, wenn man sie rechtzeitig erkennt – bevor sie weitergehen.

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